Die Stadt

Ich kam in die Stadt,
da schlugen mich die Häuser tot.
Gewaltig glänzend glatt-
sie haben mich bedroht.
Die Stadt will nur morden,
dennoch will jeder hin.
Von allen Weltorten
hat sie keinen Sinn.
Leiber und Massen-
zerfressen, allein-
Geld verprassen
oder obdachlos sein.
Äußerlich mächtig,
im Innern nur krank,
ist sie so prächtig –
zum Tode verdammt.
Mit ihr gemeinsam zerfallen
Moral, Gefühle und Ehre.
Packt dich mit stählernen Krallen,
als ob sie eine Göttin wäre.
Heute Nacht wollt’ ich fliehn.
Sie wirf ihre Seile.
Bars und Lichter ziehen.
»Okay, es hat keine Eile!«
©Michael Kalters
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