In Erinnerung

Sah ich heute eine Frau.
Sie rührte die Vergangenheit
unerbittlich in mir auf
und dann war sie du.

Sie hat Augen wie du,
du Treulose.
Freundin jenseits aller
Freundschaft.

Wieviel hat uns verbunden!
Vielmehr mich mit dir!
Denn was du empfandest
bleibt ein Geheimnis.

Lachtest mir ins Gesicht
und warst so offen,
als wäre deine Seele
verbunden eng mit meiner.

Du bist des Heuchelns
nicht fähig, wie ich meine.
Was also ist geschehen,
dass du mich nicht mehr kennst?

Bist so kostbar, so besonders.
Warum hast du dich zurückgezogen?
Nicht ein einziges Wort mehr
gönnst du mir, nur Schweigen.

Es war keine Liebe zwischen uns,
nur ein Verstehen ohne Grenzen.
Jetzt bist du weg, zurückgezogen,
als würde ich dich verletzen.

Wie vermisse ich dein Reden,
deine Worte, so geheim.
Dein Gesicht, wie es mich
ohne Falscheit in dein Leben schließt!

Ein Teil meines Lebens
ging unter mit dir,
als du dich zurückgezogen hast
ganz ohne Grund.

Ich habe dich verloren
und weiß doch nicht, warum.
Sehe ich dich manchmal,
schmerzt es grausam, schwer.

Deine Augen, groß und grün und strahlend
zeigen mir: Du weißt es noch!
Als wir mal Freunde waren-
vielmehr als eine Seele einzig existierten.

Doch jetzt dringt kaum ein einzig
nur hingefall'nes Wort von dir
zur mir, den einzig dir Vertrauten.
Ich sterbe fast. Werde krank deswegen.

Meine Freundin, ich habe dir doch
nichts getan auf dieser Welt!
Immer alles Gute nur
und Liebe für dich aufgespart!

Du weißt nicht, wie hart
mich dein Schweigen trifft.
Fühle mich, als hätte ich
mich tief und peinlich nur geirrt.

Bist doch ein Teil von mir
ob du es möchtest oder nicht.
Irgendwann, auch wenn du fortan schweigst,
werd' ich sterben nur für dich.

 
©Michael Kalters


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