2021 (15)

eine Hand aus Eis und eine Hand aus Feuer berühren sich

Für deine Liebe tu ich alles

Für deine Liebe tu ich alles, auch wenn du so oft wie aus Eis geschnitzt abends in das Feuer starrst. Für deine Liebe tu ich alles, mach mich klein und nichtig. Verfalle mehr und mehr mit Schmerzen deiner Kühle.. Für deine Liebe sterbe ich. Oder töte dich im Wahn. Oder auch uns beide. Oder lebe sinnlos weiter. Für deine Liebe bin ich nichts- und kann zu allem werden. Denn wir zwei sind am Ende doch nur eins. Bin ich denn verrückt? Bist du nicht bei Sinnen? Schlagend liegen wir uns keuchend in den Armen. zurück

wilde Atlantikwellen brechen gegen das Steinufer

Sehnsucht nach Ruhe

Als der Atlantik brüllte, die Brandung donnernd ihre Gischt zertrümmerte- da verlorst du mich. Ich will nur etwas Ruhe. Da schreit dein Herz mich an. Gib mir nur etwas Zeit, verschlinge mich nicht ganz. Eine Pause wünsche ich mir. Da denkst du gleich an Trennung. Ahnst du nicht, wie sehr ich unter deiner Sorge leide? Als der Atlantik brüllte, die Brandung donnernd ihre Gischt zertrümmerte- da verlorst du mich. Gleich den Wasserwogen schäumst du deine Gefühle. Und zerbrichst am Felsen meiner erschöpften Seele. Schmeichle mir ein wenig und drücke meine Hand. Schweig mit mir die Wand an und sei einfach…

ein Leuchtturm, im Vordergrund ein leeres Boot

Letzte Fahrt über den schwarzen Fluss

Es ist Nacht, ein Schatten schwebt. Der schwarze Fluss kriecht wie ein Wurm, durch das dampfende Moor. Kein Paddel führt das knarrende Boot. Wie von Geisterhand findet es den Weg. Im Kahn der alte Mann- eingefallen sein Gesicht. Im Arm den Jungen, der tot die Fackel trägt. "Hätt' ich Tränen, würd' ich sie vergießen. Hätt' ich ein Herz, würd' es vor Trauer sterben." Doch der alte Mann hat keine Tränen mehr. Zu oft im Leben hatte er geweint. Auch sein Herz ist längst schon abgestorben. Leid und Unglück haben es versengt. So fährt der Junge allein gelassen.. Nur eine Fackel…

ein leeres Boot im Sonnenuntergang

Leeres Boot

Das Boot ist leer vom Bug bis zum Heck Meine Sehnsucht bleibt unerfüllt. Ja, mein Herz ist leer. Ich schwebe im Raum. Nacht und Tag irre ich umher. Mein Kopf ist hohl und einsam bin ich inmitten des Lärms, so leer ist mein Boot. Verlassene Straßen und verbrauchte Gedanken. Hab keine Kraft mehr zu leben oder tot zu sein. Die Wellen treiben das leere Boot, und irgendwann zerschellt es ungesehen. Inspiriert von: Teho Teardo & Blixa Bargeld The Empty Boat (Caetano Veloso's cover) zurück

eine Frau läuft nachts durch eine einsame Straße

Leere Straßen in der Nacht

Die Haare wehn im eisigen Wind. Die Blicke flehn, Hoffnung zerrinnt. Bin hier geboren, sehe das Elend. Bin hier verloren. Einsam bebend. Die Welt ist still. Leer und verlassen. Straßen voll Müll, Schatten verblassen. Durch düstre Nacht lauf ich allein. Leere Straße lacht- find nicht mehr heim. Suche den Sinn mit offnen Augen. Es ist schlimm an Glück zu glauben. Inspiriert von Fever Ray ›Keep The Streets Empty For Me‹ zurück

ein Mann weint

Ich liebe dich nicht …

Du siehst mich an, als könntest du ohne mich nicht leben. Tu mir nicht weh! ich mag dich doch, doch ich liebe dich nicht. Jahre verstrichen und du zeigtest mir stolz den Sohn deines Mannes. Mit ihnen stand ich am Grab, als du gingst. Zu zeitig für eine junge Frau. Tu mir nicht weh! ich mag dich doch, doch ich liebe dich nicht. Nur mein Herz zerreißt. Und ich sterbe mit dir. Tu mir nicht weh! Inspiriert von Otis Taylors ›I like you but I don’t love you‹ zurück

nasses Kopfsteinpflaser bei Nacht

Wärst du bei mir geblieben

Ich gehe durchs Dunkel und sorge mich nicht. Hast mich verlassen und ich zerbreche nicht. Die Kehle durchschnitten mit einem Messer aus Eis doch es schmolz und ich lebe noch. Meine Hand an der Brust verwehrt dir die deine. Du bist mein Peiniger und wirst es büßen. Ich gehe nach Hause und sorge mich nicht. Wolltest du meine Schönheit so stirbst du mit deiner. Ich fühle, dass du zerstört am Boden liegst. Mein Blick füllt sich mit Rauch. Wärest du bei mir geblieben! zurück

stolze Frau sieht auf eine zerstörte Stadt

Als sähe der Herr nicht …

Die Nacht legt sich und hüllt den Moloch ein. Die Stadt, durch die du verstört und ziellos wanderst. Angewidert siehst du sie an, die Hure an der Straßenecke und rollst mit den Augen. Als denke der Herr so klein. Dein Kleid sitzt ordentlich, nicht wie die Lumpen jener obdachlosen Frau. Als fühle der Herr keinen Schmerz. Und schnellen Schrittes umgehst du schaudernd die zugedröhnten Kids. Als sehe der Herr nicht das Elend. Landest endlich wohlbehalten neben deinem schlafenden Mann, der den Ehering längst abnahm. Als sähe der Herr nicht alles. Erwachst am Morgen, und fühlst dich überlegen über jene dunkle…

eine leere Bankgruppe

Verpasste Gelegenheiten

Als hätten wir genug davon, mieden wir die Küsse. Als gäbe es Unendlichkeit, verkrochen wir uns. Als wäre das Feuer erloschen, erstarb unser Gespräch. Als wäre alles nur noch eine Frage des Verstandes. Als endete ein Epos mit dem Tod aller Helden. Keiner von uns hielt ein Schwert, den andern zu verletzen. Doch keiner erbarmte sich, um Gefühle zu zeigen. Als hielten uns die Schmerzen nicht mehr am Boden. Als müsse es so sein, fratzte uns der Tod ins Gesicht. Als wär es nicht genug, diese Blitze im Kopf. Als käme das Elend zu spät, ertötete es unsere Lethargie. Als…

eine Musikgruppe mit Sängerin auf einer Bühne

Halte mich fest

Wenn jeder hier im Saal am Abend stirbt. Wenn mein Liebling heute für immer Auf Wiedersehen sagt. Halte mich fest! Ein trauriger Klang wenn die letzte Münze in die alte Musikbox fällt. Zum letzten Mal mein Lied erklingt. Nimm mich in den Arm! Jeder im Raum denkt an sich, niemand ahnt deinen Schmerz. Oder den Meinen. Oder den Tod vor der Tür. Halte mich fest! Wenn auch jeder hier stirbt, wir hatten uns getroffen. Vereinten uns für kurze Zeit unter des Zufalls Schirm. Lass mich nicht mehr los! Bring mir noch einen Drink gemixt mit Sehnsucht und Abschied. Ich schließe…

ein zerbrochener Spiegel

Verletzt

Blut und Asche, Sand und Staub, so purpur-grau die Seele brennt. Wie ich versinke ins feurige Grauen geheiligter Vertrauter- als Unrechtmensch. Rot und Grau, gescheuert, verätzt. So stirbt Vertrauen auf immer und ewig. Lippen aus Stahl, dein Herz ein Dolch. Wie konntest du mich so verführen? Blut und Asche. Und tief in mir ein Hoffnungssplitter lässt mich qualvoll leben. zurück

ein Mann und zwei Frauen in einem Raum

Drei im Raum

Ein Mann mit zwei Frauen im Raum. Was könnte da passieren? Sie und sie und ich im Raum. Ganz offiziell. Sie und sie und ich und weißes Licht so grell. Ein paar Worte ausgetauscht. über sie und mich. Gegenseitig dann gelauscht, Sie und sie und ich. Plötzlich eine sie der beiden, die im Raum, schaut mich an wie nie, als wäre es ein Traum. Sie und sie und ich. Und doch nur ich und du. Wie überraschst du mich! Lässt mich nicht in Ruh‘. Mein Name – dir vertraut, der deine noch versteckt. Dein Blick macht Gänsehaut. Wir haben uns…

ein Frauenauge, in dem sich ein Mann und eine Frau umarmen

Es ist Lüge

Ich liege in deinen Armen. Dein Bart ist gewachsen. er kitzelt mein Gesicht. Ich habe Gänsehaut. Es ist Lüge. "Ich liebe nur dich. Will bei dir bleiben. Dich begehren für immer. Lass mich dich verschlingen." Es ist Lüge. Das Bild von ihr und dir verdränge ich für Sekunden. Deine Hand um ihren Leib durchscheidet meine Seele. Es ist Lüge. Du hebst mein Shirt, streichelst meinen Körper. Zärtlich und voll Trug erregst du mich. Es ist Lüge. Als ich in den Spiegel schaue seh ich sie. So schön. Ihre Lippen auf den deinen. Und du verzweifelt. Es ist Lüge. Du bist…

eine Frauvor einem Feuerball

Der Krieg ist vorbei

Der Krieg ist aus. Warum hast du dann meinen Mann erschossen? Der Krieg ist vorbei. Und du tötest weiter. Als wäre es dein Lebenszweck. Der Krieg ist beendet. Doch deine Finger kleben am Abzug, zitternd. Es ist jetzt Frieden nur für kurze Zeit, denn dich gibt es Tausendfach. zurück

Mann und Frau trinken Kaffee auf dem Bett

Ich hab gekocht für dich

Ich hab Kaffee für dich gekocht. Willst du mich jetzt verlassen? Einem Anruf folgen? Ich hab gekocht für dich. Ich hab Kaffee für dich gekocht. Was könnte wichtiger denn sein? Hab ein Herz mit Milch geschäumt. Ich hab gekocht für dich. Ich hab Kaffee für dich gekocht. Und ihn dir ans Bett gebracht. Dein Handy raubt dich mir. Hab doch gekocht für dich. Ich hab Kaffee für dich gekocht. Du drückst den roten Knopf. Und nimmst lächelnd was ich hab gekocht für dich. Ich hab Kaffee für dich gekocht. Schmecke deine Kaffeelippen. Bevor die warme Decke uns umhüllt. Ich hab…

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