Audioprobe (18)

ein Frauengesicht hinter Glas

Sessel am Abend

Ein Sessel am Kamin. Am Feuer. Heiß. Eine Frau darin. Lässig Bein über Bein. In der Hand roter Wein, grüne Augen voller Stolz. Ich sitze gegenüber. Blicke gefangen. Seelenfeuer. Ungeplant der Abend. Im Sog der Gefühle. Schweigen. Mustern. Wippende Schuhe. Uhr schlägt. Lächeln. Wärme. Ein Band? Eine Frau am Kamin. Zu Hause angekommen. Hörprobe: Gedicht anhören zurück

eine Wendeltreppe im Freien

Endlose Treppen

Ein neuer Tag erwacht – und stirbt. Mit Schmerzen. Ich träumte von dir, als wärst du ein Engel. Die Sehnsucht frisst mich auf. Du ahnst davon nichts. Zeigst dich mir als Frau, die einen Fehler beging. Und dann wieder flüsterst du lachend in mein Ohr. Ich bin verwirrt und weiß nicht mehr, wer ich bin. Ich habe meine Mitte verloren. Schlimmer als tot. Eine Treppe zu dir mit unendlich vielen Stufen. Fühle Schmerz, fühle Gier. Fühle alles – zerrinnen. Du machst mich traurig – und erfüllst mich ganz. Treppen zu dir sind endlose Stufen in die Hölle. Ja. Ich gehe.

eine Mann im schwarzen Mantel im Wald

Der letzte Spaziergang

Wald. Grün. Mann im weiten Mantel. Schwarz. Tränen im Gesicht. Verloren im Wald. Verirrt zwischen Bäumen. Erste Blätter sterben im Gelb des Herbstes. Die Hose zerrissen das Herz eine Trommel. Stein in der Brust und trübe Gedanken. Er sucht Ruhe – findet den Dämon, der ihn plagt. Im Spiegel der Seele. Sein Schmerz brodelt, löst alles auf. Leute grüßen nichtsahnend und gehen vorbei. Sein Lauf endet, die Lunge sagt »Nein!« Schmerz kann töten. Wie er es jetzt tut … Hörprobe: Gedicht anhören zurück

eine Frau im Albtraum

Der Traum war heftig

Der Traum war heftig riss fast mein Herz und meine Seele in Stücke. Der Tag war zu angefüllt, zu voll mit Problemen. Nein, nicht der Tag! Du bist das Problem. Du dachtest, ich gehöre dir. Deine Reize eine Waffe? Aber eine Waffe tötet. Dein »Ich liebe dich« erstickt und meuchelt. Du bist das Problem – nicht mein Traum, der mich zerfleischen und fressen will. Ich bin ein Mensch – und du denkst, ich wäre nur der Traum von dir. Du bist das Problem du musst verschwinden. Deine Aura ist schlimmer als deine Wünsche. Hörprobe: Gedicht anhören zurück

eine Großstadt

Die Stadt

Ich kam in die Stadt, da schlugen mich die Häuser tot. Gewaltig glänzend glatt- sie haben mich bedroht. Die Stadt will nur morden, dennoch will jeder hin. Von allen Weltorten hat sie keinen Sinn. Leiber und Massen- zerfressen, allein- Geld verprassen oder obdachlos sein. Äußerlich mächtig, im Innern nur krank, ist sie so prächtig – zum Tode verdammt. Mit ihr gemeinsam zerfallen Moral, Gefühle und Ehre. Packt dich mit stählernen Krallen, als ob sie eine Göttin wäre. Heute Nacht wollt’ ich fliehn. Sie wirf ihre Seile. Bars und Lichter ziehen. »Okay, es hat keine Eile!« Hörprobe: Gedicht anhören zurück

ein Autor sitz in der nacht an einem Tisch am Fenster

Zwei Uhr nachts

Zwei Uhr nachts, ich sitze noch, ein Glas Wein und trübe Gedanken. Zwei Uhr nachts, ich lebe noch. Endlich Ruhe. Doch Dröhnen im Kopf. Zwei Uhr nachts, ein Hahn kräht. Explosion und Grabesstille. Zwei Uhr nachts, ein Universum öffnet sich. Worte füllen Seiten. Zwei Uhr nachts, rasendes Herz. Figuren leben. Werden Wirklichkeit. Finsternis quillt in mein Zimmer. Zeiger frieren ein. Sterben heute Nacht. Zwei Uhr nachts, und wirre Bilder. Fantasie gebannt. Zeilen fließen. Unerreichbar fern ist zwei Uhr nachts. Galle auf der Zunge und ein Zittern im Finger. Zwei Uhr nachts. Roter Mond und Schattenwolken. Ungehörte Schreie. Hörprobe: Gedicht anhören…

eine Bar mit Gästen, im Vordergrund rothaarige Frau

In der Bar

Es ist Nacht. Nicht nur in mir. Ich sitze allein in einer Bar. Die Laternen brennen, doch in mir kein Licht. Die Bar umschmeichelt mich, versteht alles. Eine Lektion, die ich lernen muss. Um mich: sinnloses Lachen, das Schweigen verdeckt. Neben mir – eine Frau mit roten Haaren. Zu gewöhnlich für ein Abenteuer. Doch wenig später kennen wir uns, mögen uns, sterben füreinander. Die Bar in der Nacht verschlingt meine Seele. Gläser an der Wand, Burton im Glas. Verloren in der Masse, in den Hilferufen einsamer Gestalten. Nur du in meinen Armen, ich an deinem Gesicht. Bis die Sonne zögernd,…

düstere Bar mit einer Flasche Whysky im Vordergrund

Jedermanns Abrechnung

Es ist zu laut in der Bar. Zu unerträglich für die Ohren. Zu schrecklich für den letzten Drink. Zu verwirrend für die Seele. Lange Zeit rannte ich davon, entkam gekonnt dem Urteil. Alles besaß ich im Leben, bin reich und traumerfüllt. Als wäre die Zeit ewig als wäre mein Leben unendlich. Als blieben meine Taten für alle Zeiten ungestraft. Da sehe ich ihn am Eingang der Bar mit glitzerndem Dolch in knöcherner Hand. Sein Blick fällt starr und verachtend auf mich, Trinke Whiskey und küsse Luisa. Als wäre die Zeit ewig als wäre mein Leben unendlich. Als blieben meine Taten…

wilde Atlantikwellen brechen gegen das Steinufer

Sehnsucht nach Ruhe

Als der Atlantik brüllte, die Brandung donnernd ihre Gischt zertrümmerte- da verlorst du mich. Ich will nur etwas Ruhe. Da schreit dein Herz mich an. Gib mir nur etwas Zeit, verschlinge mich nicht ganz. Eine Pause wünsche ich mir. Da denkst du gleich an Trennung. Ahnst du nicht, wie sehr ich unter deiner Sorge leide? Als der Atlantik brüllte, die Brandung donnernd ihre Gischt zertrümmerte- da verlorst du mich. Gleich den Wasserwogen schäumst du deine Gefühle. Und zerbrichst am Felsen meiner erschöpften Seele. Schmeichle mir ein wenig und drücke meine Hand. Schweig mit mir die Wand an und sei einfach…

eine4 Sanduhr am Strand

Zu zweit in der Vergänglichkeit

Die Gischt, sie trägt den letzten Rest und spült ihn weg. Die Zeit, sie nimmt mir meinen Sinn und küsst mich in den Tod. Nichts kommt zurück, verlorn für immer. Wie die Frucht die faul am Boden liegt. Doch da bist du! Verlierst mit mir. Zu zweit genießen wir Vergänglichkeit. Hörprobe: Sprecherin Dana Schuster Dieses Video wird von YouTube Nocookie geladen... zurück

Die Straße einer Großstadt bei Nacht

Lichter der Großstadt

Du rufst meinen Namen im Licht der Großstadt. Und öffnest deine Lippen. Ich irre umher im Licht der Großstadt und sehne mich nach dir. Du bist die Einzige im Licht der Großstadt die mich wärmen kann. Ich suche den Weg im Licht der Großstadt und finde ihn nicht. Endloses Labyrinth im Licht der Großstadt lässt mich verzweifeln. Füreinander bestimmt im Licht der Großstadt finden wir uns nie. Hörprobe: Sprecherin Dana Schuster Dieses Video wird von YouTube Nocookie geladen... zurück

eine alte Litfasssäule

Die alte Litfaßsäule

Eine alte Litfaßsäule mit mehr Rissen als Plakaten steht am Stadtrand einsam - wie verraten. Diese alte Litfaßsäule, keiner braucht sie mehr. Dass sie wieder leuchten möge, wünscht sie sich so sehr. Und die alte Litfaßsäule, grau und ohne Zweck, gibt alsbald die Hoffnung auf - wünscht sich nur noch weg! Wie die alte Litfaßsäule traurig fast schon will ermatten, trifft ein junges Menschenpaar küssend sich in ihrem Schatten. Da spürt die alte Litfaßsäule, dass sie steht nicht ohne Zweck. Sie wird rundherum ganz rot und schaut leise schmunzelnd weg. Hörprobe: Gedicht anhören zurück

ein verliebtes Paar am Meer

Nur du

Fühlst du dich elend, bin ich da, um dich zu stützen. Dir ganz nah. Fühlst du nur Trauer und dein Herz klopft wild, schweig ich mit dir. Meine Ruhe dich umhüllt. Bist du am Boden, verlierst den Grund, hast nur noch Zweifel, tröstet dich mein Mund. Und schauen deine Augen später strahlend in die Welt, fühlst dich wieder glücklich - es bist nur du, die für mich zählt. Hörprobe: Sprecherin Dana Schuster zurück Dieses Video wird von YouTube Nocookie geladen... Video ohne Cookie

Ein riesiges Auge

Netz der Augen

Wälzen im Bett, mühsames Erwachen. „Und ich sehe dich!“ Erster Kaffee nach dem Zähneputzen. „Aber ich sehe dich!“ Haare kämmen, Wohnung schließen. „Doch ich sehe dich.“ „Ich bin nicht eins, ich bin Milliarden. Billionen und nicht etwa Gott gehörend. Armeen von toten Blicken spähend für ein Netz von Irren.“ Büro betreten, freundlich grüßen. „Und ich sehe dich!“ Computer starten, heimlich surfen. „Aber ich sehe dich!“ Freundin treffen, essen gehen. „Doch ich sehe dich.“ „Ich bin nie müde, immer da Während meine Schöpfer wechselnd ihre Seelen betten sehe ich sie.“ Den Powerknopf auf AUS! „Und ich sehe dich! Hektisch und ratlos…

ein junges Paar auf einer Bank

Nähe

Stürme wehen Schnee, die Täler versinken. Winde tragen Staub, lassen Grün verschwinden. Wasserbäche von oben, Wolken decken alles zu. Bei allem Chaos – meine Seele verhüllst nur du. Hörprobe: Sprecherin Dana Schuster zurück Dieses Video wird von YouTube Nocookie geladen... Video ohne Cookie

ein riesigeger Mond versinkt im Meer, davor der Schatten eines Mannes

Der Sprung ins Meer

Als der Mond das Wasser küsste, um wenig später zu versinken in der Flut, so als müsste er für immer drin ertrinken, sprang ich ihm hinterher. Die Müdigkeit war grenzenlos, und die Seele nur noch leer. Flüchten in des Meeres Schoß! Das Wasser drang und nahm die Luft zum Atmen mit Gewalt. Die Glieder wurden lahm und alles in mir kalt. Und kurz bevor das Leben mit Hohn und Spott dann wich, sah ich den Mond erheben, so gelb und hämisch sich. Ein falscher Freund, mit Lüge er mich in die Falle zog! Jetzt spür ich die Intrige. Zu spät!…

eine Feder und ein Notizblock

Leiden eines Amateurs

Ich nahm so oft den Stift zur Hand, doch niemals dann die Worte fand. Zu schreiben, was passiert im Leben oder noch geschehen wird- Gedanken kleben! Doch dann, hab ich den Stift nicht mehr, da peinigen Ideen mich sehr. Im Geist entstehen dann Geschichten- doch mit dem Stift kann ich nie dichten! Hörprobe: Sprecherin Dana Schuster zurück Dieses Video wird von YouTube Nocookie geladen... Video ohne Cookie

eine Frau mit Blut im Gesicht schaut düster

Nur Lüge

Wie sicher alles Schöne stirbt! Sogar die Liebe ist nur Schein. Ein Gift, das uns verdirbt, und jeder bleibt allein. Das Vertrauen- nur ein Messer. Niemals sollst du es vergeben. Einsamkeit ist soviel besser als ständig Qualen zu erleben. Hörprobe: Sprecherin Dana Schuster Dieses Video wird von YouTube Nocookie geladen... Zurück

Besuchen Sie mich auch auf: