Depression (22)

eine Mann im schwarzen Mantel im Wald

Der letzte Spaziergang

Wald. Grün. Mann im weiten Mantel. Schwarz. Tränen im Gesicht. Verloren im Wald. Verirrt zwischen Bäumen. Erste Blätter sterben im Gelb des Herbstes. Die Hose zerrissen das Herz eine Trommel. Stein in der Brust und trübe Gedanken. Er sucht Ruhe – findet den Dämon, der ihn plagt. Im Spiegel der Seele. Sein Schmerz brodelt, löst alles auf. Leute grüßen nichtsahnend und gehen vorbei. Sein Lauf endet, die Lunge sagt »Nein!« Schmerz kann töten. Wie er es jetzt tut … Hörprobe: Gedicht anhören zurück

eine Frau im Albtraum

Der Traum war heftig

Der Traum war heftig riss fast mein Herz und meine Seele in Stücke. Der Tag war zu angefüllt, zu voll mit Problemen. Nein, nicht der Tag! Du bist das Problem. Du dachtest, ich gehöre dir. Deine Reize eine Waffe? Aber eine Waffe tötet. Dein »Ich liebe dich« erstickt und meuchelt. Du bist das Problem – nicht mein Traum, der mich zerfleischen und fressen will. Ich bin ein Mensch – und du denkst, ich wäre nur der Traum von dir. Du bist das Problem du musst verschwinden. Deine Aura ist schlimmer als deine Wünsche. Hörprobe: Gedicht anhören zurück

verzweifelter Mann hinter einer Scheibe voller Regentropfen

Der Regen ist so hart

Sitze im Elend ohne Hoffnung von allen Seiten bedrängt. Den Stich ins Herz verkrafte ich, doch deine Tränen nicht. Du rufst mich nicht bei Tag und berührst mich nicht bei Nacht, du verbirgst deine Sorgen hinter einem lächelnden Gesicht. Doch ich kenne dich so gut, dass ich deine Schmerzen spüre, die doch meine sind für immer. Der Regen ist so hart. Du reißt mich tief herunter und saugst jegliche Kraft aus mir heraus mit deinem Lächeln. Der Regen ist so hart. Es gibt keine Erinnerung mehr. Nur der Schmerz ist da und reißt in Stücke. Der Regen ist so hart.

eine Gruppe von Leuten auf dem Friedhof

Letzter Moment

Keiner wusste, keiner ahnte, wer ich bin. Niemand kannte, niemand hatte eine Ahnung. Als ich ging heute Nacht, sie alle verließ. Hohle Tränen fielen leer zum Schein. Nur deine Augen starrten unendlich. Sehnten sich zu mir. zurück

eine depressive Frau in einem leeren Zimmer auf dem Boden

Die Therapie

Es ist die letzte Glut die mein Arzt mir aus den Knochen saugt, mit allerlei Chemie und doch nur auf Verdacht. Mich hat schon die Wut verlassen wie den Stier der zum Ermorden taugt. Diese Therapie mich zum Spielball aller macht. Ist das denn fair? Erkennt es niemand? Bin ich kein Wesen, eines Menschen gleich? Ich kann nicht mehr. Am Ende, ausgebrannt! Nur aufgrund von Thesen blasser werdend und dann bleich. Es schwindet jede Glut. Nur Chemie, vom Arzt verschrieben. Was bleibt ist große Wut. Hätt es nie gedacht: bin totzukriegen! zurück

eine Frau spiegelt sich in einer Pfütze

Nichts wert …

Regen peitscht das Grau vom Himmel und drückt es in mein Herz. Ich bin es nicht wert. Nicht mal das. Jede andere, aber nicht ich. Alles stellte ich infrage. Jetzt hetze ich ziellos durch die Nacht. Nie konnte ich gewinnen, nicht mal in deinen Armen. Weshalb hast du gesagt: "Ich liebe dich" Wieso hast du umarmt eine leblose Hülle? Sturm fegt um die Ecken kalter Mauern. Eisig wie mein Herz, das nicht lieben kann. Alles hinterfrage ich, ohne Vertrauen. Zerstöre es mit meinen Zweifeln. Die Blitze über der Stadt stechen im Kopf, Bestrafen mich mit hackendem Schmerz wegen meiner unerhörten…

eine Frau schaut in der Nacht zum Fenster hinaus

Oben am Fenster

Ich sitze oben am Fenster, schau verloren in die Nacht. In mir toben die Gespenster. Hoher Mond, der hämisch lacht. Nebelschwerter gierig reißen vom Herzen Stück für Stück. Sehnsucht unter fahlen, weißen, fantasiegestricktem Glück. Wirre Gedanken lähmen. Sie tun unendlich weh. Sind ja nicht zu zähmen. Sie wollen, dass ich geh. Am Fenster oben ganz allein. Der letzten Kerzen Strahlen selbst mögen nicht mehr sein. Mein Fall beendet alle Qualen. zurück

ein Mann leidet unter Albträumen

In den Krallen der Nacht

Schweiß auf dem Gesicht, Erinnerung an Schmerzen. Immer und immer und immer wieder. Auf ewig verloren im Gedankengewirr. Sinnlos gefangen, schwer geträumt. Nichts gibt Sinn, Schwarz, Weiß, Alltäglichkeit. aufgesetztes Lächeln - innen doch nur Bitterkeit. Offne Augen gelähmt. Jeder Idee beraubt. Wie Wein auf Hefe. Augen fiebernd rot. Nasser Körper atmet schon den Tod. Herz leuchtet noch, während es verbrennt. Am Abend heut erstirbt die Sonne nicht allein. Und deine Trauer kommt zu spät. zurück

eine Frau mit langen Haaren an einer Bar

Kein Ausweg mehr!

Überall bin ich: dein Schmerz, dein Tod. Beständig ist deine Liebe dein Unglück. Überall im Wald findest du deine Angst. Nicht mal am Meer kannst du sorglos gehn. Überall die Nacht – zerreißt dein Innerstes. Selbst im Schlaf nur endloses Grauen. Heute halte ich dich ganz fest. Heute atmest du – den letzten Seufzer. Inspiriert durch Leonhard Cohens "Here is it" zurück

ein Mann weint

Ich liebe dich nicht …

Du siehst mich an, als könntest du ohne mich nicht leben. Tu mir nicht weh! ich mag dich doch, doch ich liebe dich nicht. Jahre verstrichen und du zeigtest mir stolz den Sohn deines Mannes. Mit ihnen stand ich am Grab, als du gingst. Zu zeitig für eine junge Frau. Tu mir nicht weh! ich mag dich doch, doch ich liebe dich nicht. Nur mein Herz zerreißt. Und ich sterbe mit dir. Tu mir nicht weh! Inspiriert von Otis Taylors ›I like you but I don’t love you‹ zurück

eine leere Bankgruppe

Verpasste Gelegenheiten

Als hätten wir genug davon, mieden wir die Küsse. Als gäbe es Unendlichkeit, verkrochen wir uns. Als wäre das Feuer erloschen, erstarb unser Gespräch. Als wäre alles nur noch eine Frage des Verstandes. Als endete ein Epos mit dem Tod aller Helden. Keiner von uns hielt ein Schwert, den andern zu verletzen. Doch keiner erbarmte sich, um Gefühle zu zeigen. Als hielten uns die Schmerzen nicht mehr am Boden. Als müsse es so sein, fratzte uns der Tod ins Gesicht. Als wär es nicht genug, diese Blitze im Kopf. Als käme das Elend zu spät, ertötete es unsere Lethargie. Als…

eine Musikgruppe mit Sängerin auf einer Bühne

Halte mich fest

Wenn jeder hier im Saal am Abend stirbt. Wenn mein Liebling heute für immer Auf Wiedersehen sagt. Halte mich fest! Ein trauriger Klang wenn die letzte Münze in die alte Musikbox fällt. Zum letzten Mal mein Lied erklingt. Nimm mich in den Arm! Jeder im Raum denkt an sich, niemand ahnt deinen Schmerz. Oder den Meinen. Oder den Tod vor der Tür. Halte mich fest! Wenn auch jeder hier stirbt, wir hatten uns getroffen. Vereinten uns für kurze Zeit unter des Zufalls Schirm. Lass mich nicht mehr los! Bring mir noch einen Drink gemixt mit Sehnsucht und Abschied. Ich schließe…

ein dunkler Schatten sitzt in der Nacht im Freien

Vorbei der Krieg

Vorbei der lange Krieg. Vorüber ist mein Leben. Es gibt ja keinen Sieg. Umsonst war alles Streben. Vorbei mein irres Hoffen einem Menschen nah zu sein. Hab niemanden getroffen. Verlasse diese Welt allein. Umsonst mein Bestreben in der Nacht des Lebens mehr als andere zu geben. Alles endlich und vergebens. Hatte mich bemüht nicht schlecht zu sein. Habe nicht gesiegt. Sterbe jetzt allein. zurück

zerbrochene Glasscheibe

Trügerischer Schein

Fühle grenzenlose Energie. Deren Leichtigkeit verleiht mit grausam kalter Ironie nur immense Einsamkeit. Zerrissen ohne Fundament, gähnend leer, nur schwebend, bin ich, was man kennt, eine Hülle, ohne Herzen lebend. zurück

ein Mann greift sich schmerzvoll ans Herz

Nur Fassade

Du und ich - ein Traum? Hasse dich unendlich. Niemand glaubt es, wie du mich täglich tötest. Hasse dich, weil du mit ganzem Herzen auf mich herabschaust, mich verachtest. Bin nicht Superman, bin nur ein Mensch. Fehler, Gefühle, Krankheit. Und du eine Göttin? Früher warst du das. Doch heute - nur noch Folter. Bringst meine Freude jeden Tag zum Sterben. Begrab dich heute. Es regnet im Wald. Das Loch ist groß, es reicht für uns beide. zurück

eine verlassene Bank

Kein Lebewohl!

Jeden Morgen erwachen mit Leere im Herzen. Quäle mich aus dem Bett und frage mich: Wofür? Wozu das Einerlei des tristen Alltags leben? Jeden mühsamen Kampf als Verlierer beenden? Am Ende des Tunnels wartet nur die Nacht. Sehnt sich danach, mich zu verschlingen. Wie ein alter Wolf, der nie mehr heult, schlucke ich, nur um zu leben, jede Erniedrigung. Dankbar. Wie die Sonne heute grausam durch die Fenster sticht. Mir mitten ins Herz stößt sie ihren Strahl. „Du musst aufstehen! Endlich etwas essen!“ Jemandes sorgende Stimme berührt mich nicht. Dringt nicht mehr ein in mich. Habe es nur satt. Wenn…

eine Frau mit verbundenen Augen

Tiefer Fall

Du und ich, immer beieinander. Besser konnte es nicht sein. Konventionen, niemals Durcheinander- unsre Herzen - wie aus Stein. Lass uns jetzt nach unten gehn, in den Keller unsres Lebens, und uns gegenüberstehn der Asche unsres Strebens. Normal gelebt ist nun gewesen, jetzt gilt es nur noch zu versinken. Im Morast und Schlamm verwesen, uns aus allem auszuklinken. Du kommst nicht mit mir herunter? Lässt mich ganz alleine gehn? Bist du vielleicht noch lebensmunter? Um mich jedoch ist es geschehn. "Der ist verloren, ohne Frage! War eh so komisch von jeher!" Verwese lustvoll ohne Klage, kein Anspruch quält mich mehr.

ein Mann wirkt verloren

Krankheit und Liebe

Gib mir einen Grund dich zu verlassen. Gib mir einen Grund, dich zu hassen. Du liebst mit Herz und klammerst fest. Du liebst mit Herz und der Liebe Rest. Hab dich nicht verdient bin nur noch Glut. Hab dich nicht verdient Bleibt nur noch die Wut! Verzweiflung über mich alle Gedanken zersiebt. Allmählich zerfalle ich an deiner Brust, die liebt. Der Arzt, der sagt: "Nehmen Sie das ein!" Der Chef, der klagt: "Mensch, gehn Sie heim!" Wie kannst du weiterhin mich lieben und ertragen? Mit unendlich positivem Sinn mich halten ohne Fragen? Gib mir einen Grund, dich zu verlassen Gib…

ein trauriger Mann auf einer Bank

Es geschehn keine Wunder

Ich hänge herum und hasse mich. Verpasste zu sagen: "Ich brauche dich." Ich hänge herum elend verlassen. Wie konnte ich den Moment nur verpassen? Ich hänge herum und kein Wunder geschieht. Nichts bringt dich zurück nichts dich zu mir zieht. Bin eine Null und hänge nur rum. Farblos, gewöhnlich unfähig, dumm. Lass ein Wunder geschehn, mich anders sein als immer! Lass mich kämpfen! Aber alles wird schlimmer. Endlich helfen die Pillen, alles ist jetzt vorbei. Träume von dir sagen Goodbye. zurück

ein Mann im Anzug sitzt traurig auf Treppenstufen

Der große Irrtum

Alles Bemühen kann nicht mehr verbergen das Versagen. Im düstren, dunklen Lichtermeer. Hilft da noch ein Klagen? Gefangener im Glashaus eigner Unzulänglichkeiten, nur ein widerlicher Graus meiner eignen Möglichkeiten. Versagen ist der Name, den zu Recht ich mir verdiene. Unnütz steht auf meiner Fahne, Dilettant - bekannt in jeder Szene. Warum streb' ich noch und will nicht untergehn? Tief und tiefer in ein Loch - wer wird mich verstehn? Nagelschliff und Pediküre und der ganze Schein unsagbar trauriger Lektüre spinnt mich fesselnd ein. Bruch in Stil und Wesen erkennt den letzten Schein. Bin nie in Wirklichkeit gewesen, war immer nur…

traurige Frau am Meer

Der letzte Gang

Ich bin schuldig. und bekenne mich. Am Ende werde ich mich sehr geduldig deiner Strafe übergeben. Habe alles jetzt verlebt, gute Werke sind vergessen. Nie hatte ich besessen- obwohl doch angestrebt- Wichtigkeit in deinem Leben. Verlasse jetzt die Welt, niemand wird mich suchen. Nicht einmal dein Fluchen und dein Weinen zählt. Ganz zu Ende alles Streben. zurück

Eine Frau schaut aus dem Fenster

Abschied ist ein Sterben

Als ich dich traf war jede Träne eine Melodie auf dem Weg des Sterbens. Deine Schwermut löste mich im Innern auf und trennte messergleich mein Herz in tausend Scheiben. Dort, wo dein Lächeln schließlich alles wieder heilen und verbinden sollte: Vorwurfsvolle Augen nur. Da sah ich plötzlich auch die tiefen Furchen in deinem vollkommenen Gesicht und die zerbroch’nen Träume. Ein Teil von dir wäre ich aus ganzer Seele und von Herzen gern - zum Sterben und zum Leben auch. Deines Lebens Puls und die Stärke deiner Leidenschaft reißen mich zu Boden. Wir verweilen nicht mehr. Umsonst ist alles Empfinden für…

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