Wenn die Wüste brennt

Es ist die Wüste.
Der Sand von Dakresh.
Sie hat mein Ich begraben.
Die Qual hält mich wach.
Zerbrochen, kaputt.
Sonne im Scherbenglas.
Ich steh in ihrer Hitze
wie der letzte aller Bäume.
Ein Laster ist nicht genug.
Und Weinen soll helfen.
Doch krank sind wir alle.
Und die Droge frisst mich.
Zeit tropft quälend,
da spüre ich:
Es ist nicht die Sonne,
nicht der Sand der Wüste.
Mein Herz ist vertrocknet,
meine Gefühle versandet.
Da wird die Unendlichkeit
der Wüste mein Freund.
Denn sie ist wie ich:
Im Innern verdorrte Leichen.
Ein Flüstern des Bedauerns.
Du bist meine Fata Morgana.
Zerbrechlich und traurig
warst du in deiner Liebe.
Die einzig Verrückte,
die sich mit mir verband.
Und jetzt weht der Sand
über die Erinnerung.
Meine Hand gedrückt am Grab
von einer Frau.
Sie weint wie ich.
Ihre Augen stehlen
mein Herz.
Der Sand weht ewig.
©Michael Kalters
Hörprobe: KI-Stimme (ElevenLabs)