Zwei Uhr nachts

Zwei Uhr nachts,
ich sitze noch,
ein Glas Wein
und trübe Gedanken.
Zwei Uhr nachts,
ich lebe noch.
Endlich Ruhe.
Doch Dröhnen im Kopf.
Zwei Uhr nachts,
ein Hahn kräht.
Explosion
und Grabesstille.
Zwei Uhr nachts,
ein Universum
öffnet sich.
Worte füllen Seiten.
Zwei Uhr nachts,
rasendes Herz.
Figuren leben.
Werden Wirklichkeit.
Finsternis quillt
in mein Zimmer.
Zeiger frieren ein.
Sterben heute Nacht.
Zwei Uhr nachts,
und wirre Bilder.
Fantasie gebannt.
Zeilen fließen.
Unerreichbar fern
ist zwei Uhr nachts.
Galle auf der Zunge
und ein Zittern im Finger.
Zwei Uhr nachts.
Roter Mond
und Schattenwolken.
Ungehörte Schreie.
©Michael Kalters
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